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GEFAHR IN VERZUG
Was Eltern in Sachen Jugendschutz tun können

Eltern haben eine große Verantwortung gegenüber ihren Kindern. Doch gerade in Medien-Angelegenheiten wird es oft ganz schön vertrackt. Besonders beim Thema Handy gibt es viele unangenehme Dinge, für die viele Erziehungsberechtigte einfach kein Rezept kennen. Schmuddelvideos, brutale Fotos, unfreiwillige Klingelabos, teuere Servicenummern und, und, und. Es hilft nichts: Wer seinem Kind ein Handy anvertraut, muss es auch stark für den Umgang machen. Denn werden die Kinder mit den Problemen allein gelassen, fühlen die sich rasch überfordert. Machen wir uns also kundig.

Gewalt auf dem Handy
Fast alle Grundschüler kennen Webseiten mit schlimmen Inhalten. Solche Adressen verbreiten sich wie ein Lauffeuer. Keines der Kinder schaut sich das gerne an, aber es gilt als cool, diese Seiten zu kennen.

Ähnliche Erfahrungen gibt es mit dem Handy. Schenken wir den Boulevardblättern Glauben, senden sich Kinder mit dem Mobiltelefon Bilder und Fotos von Vergewaltigungen, Hinrichtungen und sadistischen Quälereien. Das verunsichert viele Eltern, die nicht so recht wissen, wie sie mit diesem Thema umgehen sollen. Reden Sie mit Ihren Kindern über solche heiklen Inhalte. Zusätzlich können Sie, wenn die Kinder im Bett sind, die Bilder und Filme kontrollieren. Besser jedoch ist es, wenn Sie zusammen mit Ihren Kindern die Bilder und Filme ansehen. Die Kinder werten das nicht als Kontrolle, sondern als Interesse.

Kostenfallen
Nichts spricht gegen neue Klingeltöne und Songs fürs Handy. Klären Sie aber Ihre Kinder genau auf, welche Gefahren dort lauern können. Am besten besorgen Sie die ersten Klingeltöne und Musikstücke gemeinsam. Machen Sie Ihre Kinder auf das Kleingedruckte aufmerksam. Darüber hinaus sollten Sie Ihren Kindern deutlich machen, niemanden zurück zu rufen, wenn sie die Nummer nicht kennen. Oft verbergen sich teure Telefonnummern dahinter, die Sie übrigens bei Ihrem Anbieter sperren lassen können. Prüfen Sie von Zeit zu Zeit, ob neue gefährliche Nummer hinzukommen. Die aktuellen Nummern sollten ebenfalls gesperrt werden.

Keine Überraschungsanrufer
Viele Kinder geben ohne große Bedenken ihre Handynummer heraus. Auch wenn ihnen Eltern genau das untersagen. Die Folge können unangenehme Anrufe und SMS von Chatbekanntschaften sein. Entscheiden Sie zusammen mit Ihrem Kind, wer es anrufen darf und nehmen Sie auf dem Handy, wenn es das Modell erlaubt, die entsprechenden Einstellungen vor. Damit werden Belästigungen und die daraus resultierenden Konflikte vermieden.

Kinder müssen immer erreichbar sein
Wir kennen das Problem von uns selbst: Immer wenn wir telefonieren wollen, neigt sich der Akku seinem Ende zu. Prüfen Sie also abends, wenn die Kinder im Bett sind, den aktuellen Akkustand. Laden Sie das Telefon notfalls selbst auf. Nur so können Sie einigermaßen garantieren, dass Ihr Kind Sie und Sie Ihr Kind in einer Notsituation erreichen können.