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KLINGELING IM KINDERGARTEN? 

Ab welchem Alter macht ein eigenes Handy in Kinderhänden wirklich Sinn? Wenn Eltern ihren Kindern ein Handy kaufen, dann nur zu einem Zweck: Sie wollen sich keine unnötigen Sorgen machen, sondern mit einem kleinen Anruf feststellen, wo sich der Nachwuchs gerade aufhält und ob es ihm gut geht. Ein Mobiltelefon ist gerade dann für Eltern wichtig, wenn sie voll berufstätig und darauf angewiesen sind, dass ihre Töchter und Söhne selbständig agieren. Ein Handy hilft, die räumliche Distanz zu reduzieren. Ein kurzes, aufmunterndes Gespräch mindert bei Eltern ein klein wenig das schlechte Gewissen und gibt den Kindern das Gefühl, nicht wirklich allein zu sein. Doch ab wann ist ein Mobiltelefon für Kinder sinnvoll?

Vorschulkinder brauchen keine Handys
Es gibt sogar schon Handys für Kindergartenkinder. Die Geräte verfügen über nur drei Knöpfe und viele Hersteller bieten auch einen Ortungsservice über das Internet an. Die Frage ist, ob das wirklich notwendig ist... Besonders Kindergartenkinder sind nicht gerade dafür bekannt, alleine durch die Welt zu streifen.

Sinnvolle Handynutzung für Grundschulkinder
Ganz anders sieht das bei Grundschulkindern aus. Denn schon früh lernen sie, den Schul- und Heimweg alleine zu meistern. Gerade hier kann ein Handy, wie die frühere Rolle des Notfallgroschens, eine große Hilfe sein. Schließlich haben Kinder in diesem Alter kein Zeitgefühl, trödeln auf dem Weg nach Hause oder quatschen sich auch mal unbemerkt mit Klassenkameraden fest. Ein kurzer Anruf nimmt Eltern rasch die Sorge. Das gilt umgekehrt ebenso: Kinder melden sich bei ihren Eltern, wenn sie sich mal verlaufen haben, die Kette vom Rad springt oder der nur selten fahrende Bus verpasst wurde.

Darüber hinaus ist das Handy ein unverzichtbarer Helfer, wenn Mütter und Väter berufstätig sind und die Kinder am Nachmittag viel Zeit ohne Aufsicht verbringen. Hier muss es allerdings nicht unbedingt ein eigenes oder neues Handy sein, weil die Jungen und Mädchen noch nicht so gut darauf aufpassen können. Das ändert sich ab etwa zehn Jahren schlagartig. Denn bekanntlicherweise ist der Zehnjährige des Medienzeitalters wesentlich weiter und technisch versierter, als Zehnjährige vor zehn und 20 Jahren. In diesem Alter dient das Handy nicht nur den "Kontrollanrufen" der Eltern, sondern auch die Kinder nutzen es verstärkt als direkten Draht zu Mutter oder Vater, wenn sie etwas suchen, wissen wollen oder eine Entscheidung ansteht, die sie alleine nicht treffen können und wollen.

Sind die Sprösslinge dann 12 Jahre, bekommen Eltern die Handy-Krise: Dem allgemeinen Gruppenzwang ausgeliefert, steigen jetzt die Ansprüche der Kinder. Sie lehnen das alte Gerät ab und fordern auf recht unmissverständliche Weise ein Handy mit zusätzlichen Funktionen. Ohne integrierte Kamera geht gar nichts, zusätzlicher Radioempfang und das Abspielen von MP3-Dateien sind zwar wünschenswert, heben aber den Anschaffungspreis erheblich. Doch hier gilt der Grundsatz, der Eltern durch die Pubertät hilft: Eigene Werte vertreten, nicht jede Mode mitmachen, Grenzen setzen und stabile Partner bleiben, die zu ihren Grundsätzen stehen.